Designer-Hunde

Seit einigen Jahren ist es – ausgehend von den USA – Mode geworden, zwei Rassehunde mit oder ohne Abstammungsnachweis miteinander zu verpaaren.

Diese Kreuzungen sollen die Eigenschaften der einen Rasse mit dem Aussehen der anderen Rasse haben.

Aber wer garantiert dafür?

Nach welchen Kriterien werden die Elterntiere ausgewählt?

Wer überprüft die Qualität der Elterntiere und ihrer Nachkommen?

Sind die Anpaarungen immer sinnvoll?

Brauchen wir Kreuzungen?

Gibt es nicht schon für jeden Anspruch eine passende Rasse?

Vorweg möchte ich deutlich sagen, dass jeder Hund, ist er einmal auf der Welt, ein liebenswertes Geschöpf ist, das einen Menschen, der sich verantwortungsvoll darum kümmert, verdient hat.

Da ich Möpse züchte, möchte ich anhand dieser Rasse versuchen, den obigen Fragen auf den Grund zu gehen.

Möpse werden in den letzten Jahren mit den verschiedensten Rassen gekreuzt.

Aus Mops und Beagle wird der Puggle.

Aus Mops und Jack Russell Terrier wird ein Rasmo.

Auch Kreuzungen von Mops mit Französischer Bulldogge und sogar Boxer sind mir bekannt.

Bei all diesen Kreuzungen handelt es sich um bewusste Anpaarungen und nicht um Ergebnisse einer spontanen Liebe am Gartenzaun.

Es scheint also einen Markt für die so genannten Designer-Hunde zu geben.

Der Grund hierfür liegt möglicherweise in der Unwissenheit der Interessenten oder in deren Angst, sich mit einem reinrassigen Mops einen Hund mit gesundheitlichen Problemen ins Haus zu holen.

Die meisten Besitzer einer Mopskreuzung haben sich ursprünglich nämlich einen reinrassigen Mops gewünscht, haben sich aber verunsichern lassen, ohne sich wirklich einmal bei seriösen Züchtern und Zuchtverbänden über die Rasse „Mops“ zu informieren, und dann lieber eine Kreuzung gekauft, die zwar für eine Kreuzung recht teuer, aber meistens immer noch preisgünstiger ist als ein echter Mops aus einer eingetragenen Zucht.

In fast allen Zuchtverbänden hat mittlerweile ein Umdenken stattgefunden. Auf Zuchtschauen und bei den Zuchtzulassungen wird neben dem Einhalten des allgemeingültigen Rassestandards des FCI auch sehr genau auf die Gesundheit der Hunde geachtet.

Nachdem der FCI-Rassestandard, der bei Möpsen einen „kurzen Fang“ fordert, von vielen Züchtern und Richtern jahrelang als „ohne Nase“ interpretiert wurde, sind die Richter nun angehalten, dies nicht mehr zu tun.

Für die Zuchtzulassung sind teilweise sogar bei Rassen wie Mops und Französischer Bulldogge Ausdauer- und Belastungstests vorgesehen.

Übrigens schneiden meistens die Hunde besser als ihre Besitzer ab.

In der Regel schätzt man am Mops neben seinem individuellem Äußeren auch seine Leichtführigkeit und das Fehlen ausgeprägter Jagdinstinkte.

Doch ausgerechnet werden Jagdhunde wie Beagle und Terrier als Partner für die Kreuzungen bevorzugt. Und da die wenigsten Hundebesitzer sich mit Genetik und dem Heterosiseffekt auskennen, gibt es so manche Überraschung, wenn aus dem kleinen Puggle oder Rasmo ein junger Hund wird, der sich auf einmal so gar nicht mehr wie ein Mops benehmen möchte, sondern seinem eingekreuzten Jagdtrieb frönt. Mit etwas Glück ist dieser Trieb dann auch noch viel stärker ausgeprägt als bei Beagle und Terrier.

Das ist dann der Heterosiseffekt.

Paart man nämlich zwei grundlegend gegensätzliche Eigenschaften miteinander an, so kann bei der Kreuzung die Eigenschaft besonders stark ausgeprägt sein.

Für die Qualität und die Eigenschaften eines Kreuzungshundes kann also niemand garantieren.

Man kann nur hoffen, dass wenigstens die Elterntiere fachgerecht ausgewählt werden. Eine Garantie gibt es hier aber leider auch nicht. Denn Kontrollen durch Zuchtwarte und Zuchtverbänden entfallen.

Die Auswahl der Elterntiere liegt alleine in der Verantwortung derer Besitzer.

Sicherlich haben einige von ihnen gute Absichten, auch wenn ich es nicht verstehen kann, wenn man Besitzer einer vorzüglichen Mopshündin ist, warum man sie dann von einem Beagle- oder Jack Russell-Terrier-Rüden decken lässt und nicht von einem ebenso vorzüglichem Mopsrüden.

Ganz sicher gibt es hier eine nicht unbedenkliche Anzahl von Menschen, die auf dieser Modewelle mitschwimmen, nach Profitmaximierung streben und wahllos Kreuzungen produzieren, sie Designer-Hunde nennen, ihnen dadurch den Anschein, etwas ganz besonderes und besonders gesund zu sein, geben und unter Phantasienamen versuchen, sie als neue Rasse zu etablieren. Eine Kreuzung kann aber niemals eine Rasse sein.

Außerdem sind Kreuzungen nicht gesünder als die beiden Ursprungsrassen.

Möchte man also einen sanftmütigen Hund mit kurzem Fang, großen Kulleraugen und etwas Jagdtrieb, kann man sich anstatt eines Puggles vielleicht auch für einen Cavalier King Charles Spaniel erwärmen.

Einen Terrier mit kurzem Fang und Kulleraugen gibt es eigentlich auch schon, nämlich den Boston Terrier.

Ich denke, wir brauchen keine Designer-Hunde.

Für jeden Geschmack, Anspruch und Verwendungszeck gibt es eine Rasse.

Außerdem werden jährlich tausende von zufälligen Kreuzungen und Mischungen geboren, die auch alle ein schönes Zuhause suchen.